Donnerstag, 27. Mai 2021

Verunreinigungen im AstraZeneca-Impfstoff gefunden: Proteine könnten Qualität des Vakzins beeinträchtigen

Forschende der Ulmer Universitätsmedizin haben Verunreinigungen im Corona-Impfstoff von AstraZeneca nachgewiesen. Gefunden wurden menschliche und virale Eiweiße – darunter so genannte Hitzeschock-Proteine. Ob diese Verunreinigungen die Wirksamkeit des Impfstoffs beeinflussen oder mit Impfreaktionen zusammenhängen, beantwortet die Studie nicht. Die zunächst auf einem Preprint-Server erschienene Publikation zeigt jedoch, wie AstraZeneca Herstellungs- und Qualitätssicherungsprozesse optimieren kann. Die Studie befindet sich in einem Review-Verfahren bei einem anerkannten Fachjournal.

Ulmer Forschende haben Verunreinigungen im COVID-Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca nachgewiesen. Konkret geht es um menschliche und virale Eiweiße – darunter insbesondere so genannte Hitzeschock-Proteine. Ob diese Verunreinigungen die Wirksamkeit des Impfstoffs beeinflussen oder mit Impfreaktionen zusammenhängen, kann die Studie nicht beantworten. Die zunächst auf einem Preprint-Server erschienenen Ergebnisse geben allerdings Hinweise, wie der Pharmakonzern seine Herstellungs- und Qualitätssicherungsprozesse optimieren kann. Die Studie durchläuft derzeit ein Review-Verfahren bei einem anerkannten Fachjournal.

Bei dem Vakzin „Vaxzevria“ des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca handelt es sich um einen so genannten Vektorimpfstoff. Als Vektor dient ein für Menschen ungefährliches Adenovirus: Diese „Genfähre“ schleust ein Oberflächeneiweiß des neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) in die körpereigenen Zellen. Im Zuge der darauf folgenden Immunreaktion werden Antikörper gebildet, die Impflinge gegen COVID-19 schützen sollen. Kurze Zeit nach der Immunisierung mit „Vaxzevria“ (ChAdOx1 nCoV-19) treten bei Impflingen relativ häufig grippeähnliche Symptome als Impfreaktion auf; in sehr seltenen Fällen entwickelten vor allem jüngere Frauen bis zu 16 Tage nach der Impfung lebensbedrohliche Sinusvenenthrombosen.

Vor diesem Hintergrund haben Forschende um Professor Stefan Kochanek, Leiter der Abteilung Gentherapie der Ulmer Universitätsmedizin, drei Chargen des AstraZeneca-Impfstoffs mit biochemischen Methoden und Proteomanalysen untersucht. Neben Proteinen des adenoviralen Vakzins selbst fanden sie beträchtliche Mengen menschlicher Proteine und auch regulatorischer viraler Proteine, die nicht Teil des Impfstoffs sind.

Um diese Verunreinigungen aufzuspüren, haben die Studienautorinnen und -autoren unter anderem mit Proteingelen und Silberfärbungen gearbeitet: Konkret verglichen sie die Färbemuster der AstraZeneca-Proben mit denen eines laboreigenen Vergleichsvektors (HAdV-C5-EGFP), der mittels Ultrazentrifugation aufgereinigt worden war. „Das Bandenmuster im Proteingel hat sich in den beiden Proben deutlich unterschieden: Im Vergleich zu dem eigenen Adenovirus-Vektor wiesen die AstraZeneca-Proben deutlich mehr Proteinbanden auf, die nicht durch den adenoviralen Impfstoff erklärbar waren“, erläutert Professor Kochanek. Daraufhin wurde zunächst der Proteingehalt der Vaxzevria-Impfstoffchargen bestimmt – mit eindeutigem Ergebnis. Der Proteingehalt pro Impfdosis lag deutlich über den theoretisch zu erwartenden 12,5 µg – und in einer genauer untersuchten Charge betrug er sogar 32 µg.

Doch welche Proteine sind in dem AstraZeneca-Impfstoff in größerer Menge vorhanden? Um diese Frage zu beantworten, wurden massenspektrometrische Untersuchungen durchgeführt. Im Ergebnis war mindestens die Hälfte der Eiweiße menschlichen Ursprungs. Unter den humanen Proteinen, die aus der menschlichen Zelllinie zur Vektorproduktion stammen, fiel insbesondere die Häufung so genannter Hitzeschockproteine auf. „Insgesamt haben wir über 1000 Proteine in den Chargen detektiert: Die Mehrzahl dürfte keine negativen Auswirkungen auf Impflinge haben. Extrazelluläre Hitzeschockproteine sind jedoch bekannt dafür, dass sie angeborene und erworbene Immunantworten modulieren und bestehende Entzündungsreaktionen verstärken können. Sie wurden zudem auch schon mit Autoimmunreaktionen in Verbindung gebracht“, erklärt Professor Kochanek. In weiteren Studien muss untersucht werden, inwiefern diese Protein-Verunreinigungen die Wirksamkeit des Vakzins mindern oder mit der oftmals starken Impfreaktion zeitnah nach der Injektion des Impfstoffes in den Muskel zusammenhängen könnten.

In der Pharmaindustrie gilt die möglichst weitgehende Entfernung solcher Verunreinigungen aus biotechnologisch hergestellten therapeutischen Proteinen als ein sehr wichtiges Qualitätsmerkmal. Im Fall des adenoviralen COVID-Impfstoffs von AstraZeneca reicht die Kontrolle mit den bisher verwendeten Standard-Nachweisverfahren offenbar nicht aus. Die Ulmer Forschenden empfehlen ergänzende Methoden wie Gel- und Kapillarelektrophoresen sowie massenspektrometrische Untersuchungen. „Die Vielzahl der gefundenen Verunreinigungen, von denen zumindest einige negative Effekte haben könnten, macht es nötig, den Herstellungsprozess und die Qualitätskontrolle des Impfstoffs zu überarbeiten. Dadurch ließe sich neben der Sicherheit womöglich auch die Wirksamkeit des Vakzins erhöhen“, so Professor Kochanek.

Annika Bingmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Universität Ulm


Bewegung und Wohlbefinden sinken weltweit durch Corona-Einschränkungen

Studie unter Leitung der Goethe-Universität

Gut 40 Prozent weniger aktiv waren die Menschen während des ersten Lockdowns, zeigt eine internationale Studie unter Leitung der Goethe-Universität Frankfurt. Auch das psychische Wohlbefinden sank; der Anteil an Menschen mit einem Risiko für Depressionen verdreifachte sich. Das Autorenteam befürchtet langfristige Auswirkungen und fordert, dies künftig zu berücksichtigen.

FRANKFURT. Vor einer versteckten „Pandemie innerhalb der Pandemie“ warnen 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 14 Ländern in zwei aktuellen Veröffentlichungen. Zum einen sei die körperliche Aktivität während der Corona-bedingten Einschränkungen deutlich gesunken, zum anderen habe das psychische Wohlbefinden gelitten. „Regierungen und Verantwortliche für das Gesundheitssystem sollten unsere Erkenntnisse ernst nehmen“, betont das Team unter Leitung von Dr. Jan Wilke vom Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt.

Rund 15.000 Menschen aus den beteiligten Ländern hatten im Rahmen einer internationalen Erhebung standardisierte Fragebögen beantwortet. Dabei schätzten sie im April/Mai 2020 ihre körperliche Aktivität (13.500 Teilnehmende) oder ihr psychisches und physisches Wohlbefinden (15.000 Teilnehmende) vor und während der Pandemie-bedingten Einschränkungen ein.

Ältere Menschen besonders betroffen

„Die Ergebnisse zeigen einen drastischen Rückgang der körperlichen Aktivität und des Wohlbefindens“, so Wilke. Mehr als zwei Drittel der Befragten konnten ihr übliches Bewegungsniveau nicht aufrechterhalten. Mäßige sportliche Aktivitäten nahmen nach Eigenangaben durchschnittlich um 41 Prozent ab – dazu zählt alles, was Herzschlag und Atmung erhöht, beispielsweise flottes Gehen, Laufen, Radfahren oder auch anstrengende Gartenarbeit.

Ähnlich stark sank mit 42 Prozent der Anteil intensiver Bewegung, bei der man schwitzt und deutlich außer Atem kommt. Die Effekte waren etwas höher bei Berufssportler:innen und besonders aktiven Menschen sowie vergleichsweise Jungen und Alten. Besonders auffällig war der Aktivitäts-Rückgang bei den über 70-Jährigen, die sich zu 56 bis 67 Prozent weniger bewegten als zuvor. „Dabei wissen wir, dass körperliche Inaktivität gerade bei Älteren schon nach zwei Wochen nur noch schwer reversible Änderungen nach sich ziehen kann – beispielsweise beim Körperfettanteil oder der Insulinsensitivität“, warnen die Studienautor:innen.

Bewegung schützt vor Krankheiten und senkt die Sterblichkeit

Die WHO empfiehlt mindestens 150 Minuten mäßige oder mindestens 75 Minuten intensive körperliche Aktivität pro Woche – das erreichten vor der Pandemie 81 Prozent der Studienteilnehmer:innen, während des Lockdowns nur noch 63 Prozent. Dabei kann ausreichende Bewegung die Sterblichkeit um bis zu 39 Prozent senken, wie eine Studie 2015 zeigte. Daten lassen vermuten, dass zu wenig Bewegung bei etwa jedem zehnten vorzeitigen Todesfall eine Rolle spielt, denn körperliche Aktivität verringert die Wahrscheinlichkeit beispielsweise von Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen wie Typ-2-Diabetes sowie Krebs.

Es ist bekannt, dass Bewegung das Immunsystem aktiviert, da sie die Durchblutung fördert und die für die Abwehr wichtigen Lymphozyten und Botenstoffe (Zytokine) aktiviert. So zeigen Studien, dass körperlich aktive Menschen weniger empfänglich sind für Influenza-, Rhino- und Herpesviren sowie Atemwegsinfektionen allgemein. Möglicherweise schützt Bewegung also auch vor schweren COVID-19-Verläufen, indem sie Risikofaktoren wie Übergewicht verringert. Körperliche Gesundheit und Bewegung reduzieren zudem das Risiko psychischer Beschwerden wie Depressionen und Angststörungen.

Drastisch reduziertes mentales Wohlbefinden

In einem weiteren Teil der Studie hatte das Autorenteam das mentale Wohlbefinden während der Pandemie-Einschränkungen erfragt. 73 Prozent der Studienteilnehmer:innen gaben an, dass es sich verschlechtert habe. Der Wohlbefindlichkeits-Index der WHO, der Stimmung, Entspannung, Aktivität, Ausgeruhtheit und Interesse misst, sank durchschnittlich während der ersten Lockdown-Phase von 68 Prozent gefühlter Lebensqualität vor der Pandemie auf 52 Prozent.

Die Menschen empfanden sich vor allem weniger „aktiv und energiegeladen“ und führten ein weniger „mit interessanten Dingen gefülltes Leben“. Der Anteil sehr niedriger Werte, die auf eine Depression hinweisen, verdreifachten sich von 15 auf 45 Prozent. „Diese Effekte waren stärker bei Frauen und Jüngeren “, heißt es in der Studie. „Besonders die Bedürfnisse von Frauen sollten stärker berücksichtigt werden, da sie deutlich gefährdeter sind.“

Immerhin 14 bis 20 Prozent der Befragten gaben aber auch an, dass sich ihr Befinden verbessert habe – mögliche Gründe sehen die Autor:innen in mehr Familienzeit, höherer Arbeitsautonomie, weniger Dienstreisen oder auch einer veränderten Gesundheitswahrnehmung. „Doch ein großer Bevölkerungsteil leidet möglicherweise still an noch kaum sichtbaren gesundheitlichen Auswirkungen der Pandemie“, warnt das Autorenteam.

Relevant für weltweit vier Milliarden Menschen

Das könnte sich auch in steigenden Gesundheitskosten äußern: Laut US-Daten sind die jährlichen Ausgaben für inaktive oder unzureichend aktive Personen um 1200 bzw. 600 Euro erhöht – das würde sich allein für die 3104 Menschen aus der Befragung, die sich während des Lockdowns nicht mehr ausreichend bewegten, nach einem Jahr auf zwei bis vier Millionen Euro summieren.

Die Ergebnisse dieser ersten multinationalen Studien dürften für geschätzt weltweit vier Milliarden Menschen relevant sein, die von den Einschränkungen der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 betroffen waren. Allerdings wurden die Daten überwiegend über elektronische Medien erhoben, sodass Bevölkerungsteile ohne Internet nicht einbezogen wurden. Auch nach Faktoren wie Wohnumfeld, Bildung und Sozialstatus wurde nicht differenziert. Zudem beruhen die Daten auf Eigeneinschätzungen, nicht auf Messungen, was gerade die rückblickende Wahrnehmung verzerren könnte. „Dennoch zeigen unsere Ergebnisse, dass die Themen körperliche Aktivität und Wohlbefinden auf die Agenda der Politik gehören“, betont Wilke.

„Interessenvertreter müssen Strategien entwickeln, um den Verlust der körperlichen Aktivität abzumildern“, schreiben die Autor:innen. Sie schlagen vor, die Öffentlichkeit besser aufzuklären, Aktivitätsmöglichkeiten mit geringer Infektionswahrscheinlichkeit zu schaffen und beispielsweise qualifizierte Sportprogramme für zu Hause anzubieten. Dies würde sich neben zahlreichen weiteren gesundheitlichen Facetten insbesondere positiv auf das mentale Wohlbefinden auswirken.

Ähnlich negative Effekte wie in diesen Studien beobachtet müssten bei künftigen Pandemien unbedingt vermieden werden. „Körperliche Aktivität und Bewegung haben leider keine starke Lobby und werden im öffentlichen Diskurs meist vernachlässigt“, so Wilke. „Dabei können sie uns massiv dabei helfen, die Pandemie besser zu bewältigen.“


Dr. Markus Bernards Public Relations und Kommunikation

Goethe-Universität Frankfurt am Main


Sonntag, 23. Mai 2021

Basisch – warum?


Wenn ein gesundes Baby auf die Welt kommt, ist es vollkommen basisch. Die Haut ist basisch, der Urin, die Ausscheidungen sowie Sekrete. Erst mit den Jahren entwickeln sich ungünstige Lebensgewohnheiten, wie falsche Ernährung, wenig Bewegung, der Aufenthalt in geschlossenen, sauerstoffarmen Räumen wird wichtiger als die regenerierende Kraft der Natur und auch die geistigen Faktoren, wie Negativität, Unzufriedenheit, Sorgen, Angst und dauerhafter Stress kommen hinzu. Auch das Nicht-Vergeben-Können, zeigt, dass wir noch „sauer“ sind auf den ein oder anderen. Das alles hat zur Folge, dass der Körper gewissermaßen „versauert“. Auf diese Weise will er uns seinen Unmut mitteilen. Wenn wir dieser seiner Reaktion weiterhin keine Beachtung schenken, dann ist er alsbald „gekränkt“ und es kommt zu einer dauerhafteren Erkrankung.

In Anbetracht der Umstände hat der Körper auch allen Grund „sauer“ zu sein, denn was dem Gaumen schmeckt, bekommt dem Körper meist nicht gut. Die industriell verarbeiteten Nahrungsmittel haben den Gaumen trainiert, ihn gewissermaßen programmiert nach Dingen zu verlangen, die das basische Gleichgewicht stören und die ungünstige Säure unmerklich in unser Gewebe einführen. Dabei ist es nicht nur so, dass sich die überschüssigen Säuren in Haut- und Bindegewebe, ja sogar in den Zellen, einlagern und sie verschlacken, vielmehr bilden Säuremilieus im Körper wahre Nährböden für Parasiten, Viren & Bakterien aller Art. Dieser Überfluss an Säure ist die Ursache für beinahe jede erdenkliche Krankheit. Wer die Gesundheit eines Babys zurückerhalten möchte, muss umdenken, auf seinen Körper hören und ihn gut behandeln, dann wird unser Körper auch keinen Grund mehr haben, „sauer“ zu sein.

Sobald der Körper basisch ist, stoppt der Krebs!

Das Umdenken ist gerade im Hinblick auf Tumorerkrankungen von immenser Wichtigkeit, denn allen erfolgreichen, natürlichen Methoden der Krebsheilung liegt eine basische Ernährungsweise zugrunde. So basieren auch die wirksamen Krebstherapien nach Dr. Hulda Clark (Parasiten-Theorie), Dr. Johanna Budwig (Budwig-Diät) und Maria Treben (Schwedenbitter) auf derselben Strategie: Den Körper von Säuren und damit Giften zu befreien, um ein basisches Milieu herzustellen und die natürliche Zellatmung zu unterstützen! Spurenelemente helfen dem Körper basisch zu werden und chlorophyllhaltige, also grüne Lebensmittel, führen dem Körper ausreichend Sauerstoff zu.

Bakterien entstehen in der Säure und ernähren sich von dieser.

Die Säure ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien, Viren und Parasiten aller Art. Überall wo diese parasitären Kulturen in einer ungesunden Überzahl vorhanden sind, ist auch ein saures Milieu vorzufinden. Diese Beobachtung führte zu der Annahme, dass es die Bakterien selbst sind, die die Säure produzieren. Bereits im 19. Jahrhundert fand diese These jedoch erste Widerlegungen, die besagten: „Der Keim ist nichts, der Nährboden ist alles.“ (Zitat von Prof. Dr. Claude Bernard, später bekannte sich auch der Widerstreiter Pasteurs dazu).

Eine Vielzahl an Wissenschaftlern fand im 19. und 20. Jahrhundert unabhängig voneinander dieselbe Wahrheit über Mikroorganismen heraus. Man hatte sie jedoch zum Schweigen gebracht, sodass jeder dachte, er habe eine Neuentdeckung gemacht. Sie hatten die Beobachtung gemacht, dass es Bakterien gibt, die im Körper entstehen und nicht, wie man annahm, ausschließlich über den Luftweg in den Körper gelangen.

Prof. Dr. Dr. Piere Jacque Antonie Béchamp beschrieb den Entstehungsprozess von Bakterien bereits 1866 und stellte fest, dass in unserem Körper Kleinstorganismen, die Mikrozymen, leben, die sich erst in einem pathologischen Milieu zu Bakterien entwickeln. Demnach ist ein saures, toxisches Milieu eine wahre Brutstätte für parasitäre Mirkoorganismen, die in einer übermäßigen Anzahl das Immunsystem stark in Anspruch nehmen und bei Daueranforderung schwächen. Bakterien sind eigentlich nur ein Indikator dafür, wo sich im Körper ein krankhaftes bzw. saures Milieu befindet, da sie sich von Säure und Abfallstoffen ernähren.

Parasiten können nur dorthin gelangen, wo Säure und Toxine sind.

Die Pharmaindustrie versucht uns Medikamente zu verkaufen und Symptome zu behandeln, niemals jedoch die Ursache. Dies können wir nur selbst, indem wir uns informieren und diese Informationen in unser eigenes Leben einfließen lassen.

In der heutigen Zeit ist es unabdingbar vorbereitet sowie gereinigt von Umweltgiften zu sein und diverse Vitalstoffmängel auszugleichen. Da unsere Böden, Gemüse, Früchte im Gegensatz zu früher nur noch einen Bruchteil der Mineralstoffe und Vitamine in sich tragen, kommt man an Nahrungseränzung kaum vorbei. 

Thüringer Landwirte lassen es für Feldhamster blühen

Rund 32 Hektar Ackerland werden in Thüringen «hamsterfreundlich» bewirtschaftet.

«Das heißt, die Fläche wurde in fünf Teilstücke unterteilt, wo sich jeweils 
eine Sommer- mit einer Winterkultur abwechseln», erklärte der Thüringer 
Bauernverband (TBV) am Freitag am Rand eines solchen Feldes der 
Agrargenossenschaft Weißensee. «Dazwischen liegen jeweils 36 Meter 
breite Blühstreifen.»

So finde der Hamster immer Rückzugsorte, Schutz vor Greifvögeln und ein 
üppiges Nahrungsangebot. Die Region um Weißensee im Kreis Sömmerda 
zählt zu den insgesamt 35 Feldhamster-Schwerpunktgebieten, die es im 
Freistaat 
gibt. Da der Feldhamster in vielen Regionen Deutschlands bereits ausgestorben 
ist, genießt er in Thüringen besonderen Schutz.

«Gerade der Feldhamster zeigt auf, wie sehr ehemals weit verbreite Arten der 
Agrarlandschaft innerhalb weniger Jahrzehnte an den Rand des Aussterbens 
gelangen können, wenn die notwendigen Rahmenbedingungen zum Überleben 
nicht mehr gegeben sind», sagte Umweltministerin Anja Siegesmund. Ihr 
Ministerium unterstütze deshalb intensiv die landwirtschaftlichen Betriebe, 
die es sich zum Ziel gemacht haben, die Artenvielfalt im Agrarbereich zu 
erhöhen und zu stabilisieren.

Seit 2018 ist die AG Weißensee laut Ministerium ein enger Partner der Stiftung 
Naturschutz Thüringen in einem Feldhamsterschutz-Modellprojekt und des von 
Thüringen und dem Bund geförderten Projektes «Feldhamsterland». Außerdem
erhalte sie für die Anlage mehrjähriger Blühstreifen für den Insekten- und 
Rebhuhnschutz Fördermittel.

Damit lassen die Thüringer Landwirtinnen und Landwirte nach TBV-Angaben 
in diesem Jahr eine mehr als 1.500 Fußballfelder große Fläche aufblühen. Die i
nsgesamt 1.000 Hektar Blühstreifen und Blühflächen sollen Insekten ein 
vielfältiges Blütenangebot bieten. «Wir arbeiten in und mit der Natur, nicht 
gegen sie», sagte TBV-Präsident Wagner. «Der Erhalt unserer Artenvielfalt 
liegt im ureigensten Interesse von uns Landwirten.»
dpa/th


Dienstag, 7. Juli 2020

Verbotene Kräuter? Die Wirkung von Cannabis war schon vor 250 Jahren Streitthema

Tübinger Historikerin rekonstruiert einen Legalisierungsdiskurs zwischen Wissenschaft und Kirche aus dem 18. Jahrhundert
Soll Cannabis zu medizinischen Zwecken legalisiert werden oder bleibt es eine illegale Droge? Dies wird seit Jahren in vielen Ländern diskutiert ‒ und ist doch schon wesentlich länger Streitpunkt als gedacht: Bereits im Mexiko des 18. Jahrhunderts warb der Priester und Wissenschaftler José Antonio Alzate y Ramírez für die heilende Wirkung der umstrittenen Pflanze – und legte sich dabei mit der spanischen Kolonialmacht und der Inquisition an. Die Historikerin Dr. Laura Dierksmeier vom Sonderforschungsbereich RessourcenKulturen an der Universität Tübingen untersucht die damalige öffentliche Auseinandersetzung dazu in Mexiko. Ihre Studie „Forbidden herbs: Alzate’s defense of ‚pipiltzintzintlis‘“ wurde am 07. Juli im Journal Colonial Latin American Review veröffentlicht.

In einem Zeitungsartikel von 1772 verteidigte Alzate Cannabis, das er unter dem Namen „Pipiltzintzintlis“ aus eigenen Anbau kannte: Er schrieb ihm einen wertvollen medizinischen Nutzen für die Behandlung von Husten, Gelbsucht, Tinnitus, Tumoren, Depressionen und vielem mehr zu. Zudem hielt er die Hanfpflanze für einen hervorragenden Rohstoff zur Herstellung von Seilen für Segelschiffe. Die Spanische Inquisition betrachtete das Halluzinogen hingegen als ein Mittel, um mit dem Teufel in Verbindung zu treten und hatte es daher verboten ‒ genauso wie viele andere psychoaktive Pflanzen oder Verhaltensweisen, die christlichen Grundsätzen angeblich widersprachen.

José Antonio Alzate y Ramírez (1737 - 1799) hatte eine Mission: er wollte der mexikanischen Öffentlichkeit wissenschaftliche und vor allem naturkundliche Erkenntnisse näher bringen. Im Laufe seines Lebens war er Herausgeber vier verschiedener Zeitungen, Mitglied des königlichen botanischen Gartens in Madrid und korrespondierendes Mitglied der französischen Akademie der Wissenschaften.

Alzates Belege zum Nutzen von medizinischem Cannabiskonsum reichen von eigenen Erfahrungen, über Berichte von Ureinwohnern und Matrosen bis hin zu medizinischen Enzyklopädien. „Das Spannende ist dabei vor allem die Bandbreite der Quellen des 18. Jahrhunderts, die den medizinischen Marihuanakonsum unterstützten“, sagt Laura Dierksmeier. Alzate nenne hier bekannte Wissenschaftler der damaligen Zeit, wie den Naturforscher Jacques-Christophe Valmont de Bomare, den Mediziner Michael Etmüller, den Arzt und Mitbegründer der Wissenschaftsakademie „Royal Society of London“ Thomas Willis sowie die Ärzte Guy-Crescent Fagon und Engelbert Kämpfer.

Die Historikerin untersuchte außerdem weitere Quellen aus dieser Zeit, die von dem mexikanischen Forscher nicht zitiert wurden, weil er keinen Zugang dazu hatte, oder die Sprache nicht beherrschte. So zum Beispiel den Mediziner und Botaniker Jacobus Tabernaemontanus, der in seinem „Neuw Kreuterbuch“ von 1588 Frauen zur Benutzung von Cannabis rät, um Unterleibsschmerzen zu lindern, oder auch den ersten bekannten englisch-sprachigen Fürsprecher Richard Hooke.

„Alzates öffentliche Verteidigung des verbotenen Krauts zeigt allgemeine Streitfragen der mexikanischen Gesellschaft“, bewertet Laura Dierksmeier die Rolle des unbequemen Geistlichen. „Er war ein unermüdlicher Vermittler zwischen kirchlichen Autoritäten und der Zivilgesellschaft, zwischen der spanischen Inquisition und seinen eigenen wissenschaftlichen Beobachtungen, zwischen Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit sowie zwischen indigenem und europäischem Wissen. Alzates Methoden waren europäisch und typisch für die Aufklärung, seine Mission und sein Fokus aber waren spezifisch lateinamerikanisch: Er war stolz auf die natürliche Umgebung Mexikos und förderte die Verwendung einheimischer Kräuter, auch wenn dies bedeutete, sie vor dem Verbot der Kirche zu verteidigen.“

Das historische Beispiel zeige, dass die Legalisierung von Marijuana schon sehr lange ein kontroverses Thema sei, wie die Wissenschaftlerin erklärt. Allerdings drohte Kritikern des Verbotes damals die Verbannung oder Todesstrafe. Forscher der frühen Neuzeit nahmen ein großes Risiko auf sich, um Informationen zu veröffentlichen, die ihrer Meinung nach der Allgemeinheit dienten. Alzate selbst musste seine Veröffentlichungen nicht mit dem Leben bezahlen. Jedoch wurden drei seiner Zeitungen zensiert und am Ende eingestellt, um ihn in der Öffentlichkeit mundtot zu machen.

„Die Erkenntnisse der Studie können helfen, die gegenwärtige Legalisierungs-Debatte zu bereichern oder zumindest die verhärteten Fronten aufzubrechen“, sagt Dierksmeier. „Denn laut Alzate und den von ihm zitierten Wissenschaftlern überwiegt der Nutzen der Hanfpflanze als Baustoff oder Medizinpflanze die möglichen Nebenwirkungen. Oder wie José Antonio Alzate y Ramírez selbst sagte: ‚Ich glaube, ich habe die Vorteile der Nutzung von Pipilzitzintlis demonstriert, und wie wir in der Sprache der Theologen sagen: Es ist schlecht, weil es verboten ist, nicht verboten, weil es schlecht ist‘.“
Quelle:                                                                                                                                                                                                                        Antje Karbe Hochschulkommunikation                                                                                                                                                                  Eberhard Karls Universität Tübingen
Jacobus Tabernaemontanus: Neuw vollkommentlich Kreuterbuch. Erstausgabe 1588.

Jacobus Tabernaemontanus: Neuw vollkommentlich Kreuterbuch. Erstausgabe 1588.                          Verwendung mit freundlicher Genehmigung der Universitätsbibliothek der Universität Tübingen.

Gefährliche Angst vor dem Virus | Studie am UKU zu Herzinfarktpatienten während der Coronavirus-Pandemie

Das Coronavirus und die damit einhergehenden Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens haben den Alltag vieler Menschen stark verändert. Doch nicht nur das Virus an sich, auch die Angst vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Krankheitserreger kann schwerwiegende Folgen haben, das bestätigt eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Ulm. Expert*innen der Klinik für Innere Medizin II haben untersucht, welche Veränderungen es bei der Versorgung von Patient*innen mit akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen am Universitätsklinikum Ulm gab und ob sich die Anzahl der Patient*innen mit diesem Krankheitsbild verändert hat.
„Neben der Angst vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Krankheitserreger, denken im Moment die meisten Menschen bei Symptomen wie Luftnot und Brustschmerz zunächst an eine Coronavirus-Erkrankung und nicht an einen Herzinfarkt“, so Professor Wolfgang Rottbauer, ärztlicher Direktor der Klinik für Herz- und Lungenerkrankungen des Universitätsklinikums Ulm. „Wir wissen, dass eine verzögerte Diagnostik und Behandlung eines Herzinfarktes Leben und Herzmuskel kostet – denn Zeit ist Muskel. Die Effekte der Coronavirus-Pandemie auf die Herzinfarktversorgung haben wir deshalb über unsere Chest Pain Unit (CPU) analysiert“, so Professor Wolfgang Rottbauer weiter. Die CPU arbeitet seit zehn Jahren für die Großregion Ulm und ist auf die notfallmäßige Behandlung von Herzpatient*innen spezialisiert.
Das Studienteam um Professor Armin Imhof hat hierzu alle Daten von Patient*innen, die zwischen dem 21. März und dem 20. April dieses Jahres notfallmäßig über die CPU aufgenommen wurden, untersucht. „Im Vergleich mit den Patientinnen und Patienten der vergangenen Jahre im gleichen Zeitraum waren die Herzinfarkte größer. Es traten häufiger schwere Komplikationen auf, wie beispielsweise Defekte der Herzscheidewand, die auch häufiger den Einsatz von Herz-Lungenmaschinen notwendig machten. Diese Art der Komplikationen beobachtet man seit Einführung der Chest Pain Units und durch Patientenaufklärung sonst nur noch sehr selten“ berichtet der Erstautor der Studie Dr. Manuel Rattka.
Die Studie zeigt, dass Patient*innen – sogar wenn sie Symptome eines Herzinfarkts zeigten – später medizinische Hilfe gesucht haben als in den beiden Jahren zuvor. „Wir haben die Laborwerte unserer Patientinnen und Patienten mit den Werten der letzten drei Jahre verglichen und festgestellt, dass die kritischen Werte während des Untersuchungszeitraums deutlich höher waren. Diese Erhöhung deutet darauf hin, dass zwischen den ersten Symptomen akuter Herz-Kreislauf-Probleme und der ersten medizinischen Untersuchung eine längere Zeit vergangen ist als üblich“, sagt Professor Armin Imhof. Dies bestätigt auch den Eindruck von Oberarzt PD Dr. Sinisa Markovic, Leiter der Chest Pain Unit und Mitautor der Studie.

Neben der Versorgung in der CPU haben die Herzspezialist*innen des Universitätsklinikums Ulm auch die generelle Anzahl der Akutaufnahmen an der Klinik für Innere Medizin II analysiert. Die an der Studie beteiligten Ärztinnen und Ärzte untersuchten im gleichen Zeitraum (21. März bis 20. April 2020) ob sich die Zahl der Patient*innen, die aufgrund akuter Herz-Kreislauf-Probleme in der Klinik für Innere Medizin II aufgenommen wurden, im Vergleich zu den Vorjahren verändert hat. Die Ergebnisse bestätigen, was viele schon vermuteten: „Verglichen mit den Jahren 2017 bis 2019 haben wir im untersuchten Zeitraum rund 20 Prozent weniger Patientinnen und Patienten wegen akuter Herz-Kreislauf-Probleme aufgenommen“, erklärt der Studienleiter und Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin II, Professor Armin Imhof. „Dies liegt wohl nicht daran, dass plötzlich weniger Menschen an diesen Symptomen leiden, sondern – so vermuten wir – vielmehr an der Angst vieler, sich in einer Klinik mit dem Coronavirus anzustecken.“
Hinzu kommen könnte, dass einige Patient*innen nicht zur Überlastung des Gesundheitssystems während der Coronavirus-Pandemie beitragen wollten bzw. ihre Symptome selbst als nicht kritisch einschätzten. Besonders in den ersten 15 Tagen der Kontaktbeschränkungen seien die Patientenaufnahmen deutlich zurückgegangen. „Dieser Rückgang ist eine besorgniserregende Entwicklung, denn bei vielen Krankheitsbildern, die wir in unserer Klinik behandeln, zählt jede Sekunde. Wenn Menschen, die akute Symptome verspüren, nicht rechtzeitig in eine Klinik kommen, kann das tödliche Folgen haben“, sagt Professor Armin Imhof.

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie wurden am Universitätsklinikum Ulm für die Patient*innen, Mitarbeiter*innen und Besucher*innen umgehend zahlreiche Schutzmaßnahmen umgesetzt. Auch während der Hochphase der Pandemie konnten Patient*innen, die mit akuten Herz-Kreislauf-Problemen und anderen kritischen Symptomen in die Chest Pain Unit eingeliefert wurden, jederzeit sicher und effizient dort, in den Herzkatheterlaboren und der kardiologischen Intensivstation versorgt werden.

Über die Chest Pain Unit (CPU)
Auf der Chest Pain Unit der Universitätskardiologie (Klinik für Innere Medizin II) des UKU werden täglich 20-30 Patient*innen mit Verdacht auf Herzinfarkt aus der Stadt und Region Ulm behandelt. Es werden mehr als 2.500 Stentimplantationen an Herzkranzgefäßen durchgeführt, wenn nötig auch unter Einsatz der Herzlungenmaschine. In der Kardiologie des Universitätsklinikums Ulm werden mehr als 6.000 stationäre Patient*innen pro Jahr wegen Herzkrankheiten wie Herzdurchblutungsstörungen (Herzinfarkt), Herzrhythmusstörungen, Herzklappenerkrankungen und Herzschwäche behandelt. Die Herzklinik des UKU ist eine der größten Universitätskardiologien Deutschlands und zählt seit Jahren im Fokus Ranking aufgrund seiner Reputation, seiner Leistungsstärke, seiner höchsten Qualitätsstandards und wissenschaftlichen Leistungen zu den Top Einrichtungen der Herzmedizin in Deutschland.
Quelle:                                                                                                                                                                                                                            Nina Schnürer Unternehmenskommunikation                                                                                                                                Universitätsklinikum Ulm

Nährstoffe aus Mikroalgen: eine umweltfreundliche Alternative zu Fisch

Mikroalgen könnten eine alternative Quelle für die gesunden Omega-3-Fettsäuren in der menschlichen Ernährung sein – und das umweltfreundlicher als beliebte Fischarten. Das zeigt eine neue Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Die Studie erschien kürzlich in der Fachzeitschrift "Journal of Applied Phycology" und gibt erste Hinweise auf die zu erwartenden Umwelteffekte, wenn Mikroalgen in Deutschland produziert würden.
Mikroalgen befinden sich bereits seit einigen Jahrzehnten im Fokus der Forschung - zunächst als Rohstoff für alternative Kraftstoffe, in jüngster Zeit aber verstärkt als Quelle von Nährstoffen für die menschliche Ernährung. Produziert werden sie hauptsächlich in offenen Teichen in Asien. Diese stellen jedoch ein Risiko für mögliche Verunreinigungen dar. Einige Algenarten lassen sich zudem besser in geschlossenen Systemen kultivieren, in so genannten Photobioreaktoren. "Wir wollten herausfinden, ob Mikroalgen, die in Deutschland in Photobioreaktoren produziert werden, eine umweltfreundlichere Quelle für wichtige Nährstoffe sein könnten als Fisch", sagt Susann Schade vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der MLU. Bisher wurde diese Produktionsmethode häufig nur mit der Kultivierung in Teichen verglichen und schnitt dabei aufgrund höherer Umweltbelastungen oftmals schlechter ab. "Wie hoch diese Umweltwirkungen bei der Algenproduktion für die menschliche Ernährung aber genau sind, wurde bisher kaum untersucht, vor allem nicht unter klimatischen Bedingungen wie sie in Deutschland vorherrschen", so Schade weiter.

In ihrer Studie entwickelten die Forscherinnen und Forscher daher ein Modell, um die standortspezifischen Umweltwirkungen zu bestimmen. "Wir haben so unter anderem die CO2-Bilanz von Nährstoffen aus Mikroalgen und Fisch verglichen. Außerdem haben wir analysiert, wie sehr beide Nahrungsmittelquellen die Versauerung oder zu hohe Nährstoffgehalte in Gewässern begünstigen", erklärt Dr. Toni Meier, Leiter des Innovationsbüros nutriCARD an der MLU. Die Forscherinnen und Forscher konnten so zeigen, dass die Mikroalgenzucht grundsätzlich vergleichbare Umweltkosten verursacht wie die Fischproduktion. "Bezieht man jedoch die Umwelteffekte auf die verfügbaren Mengen an Omega-3-Fettsäuren, so schneidet vor allem Fisch aus Aquakultur schlechter ab", sagt Schade. Vorteil der Algenkultivierung ist der geringe Flächenverbrauch, sogar unfruchtbare Böden können genutzt werden. Sowohl offene Teiche als auch der Futteranbau für Aquakulturen benötigen dagegen sehr große Flächen. Insbesondere in Deutschland beliebte Fischarten, wie Lachs und Pangasius, stammen meist aus Aquakulturen und sind daher mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden. Aber auch der Alaska-Seelachs aus Wildfang zeigt für alle Umweltindikatoren schlechtere Werte als die Mikroalgen.

"Mikroalgen sollen und können Fisch als Nahrungsmittel nicht komplett ersetzen. Aber wenn Mikroalgen sich als Nahrungsmittel etablieren würden, hätten wir eine zusätzliche hervorragende umweltfreundliche Quelle für langkettige Omega-3-Fettsäuren", sagt Meier. Die Algen werden bereits als Nahrungsergänzungsmittel in Pulver- oder Tablettenform und als Zusatz zu Lebensmitteln wie Nudeln oder Müsli verwendet. Zum einen könnte so die bereits bestehende Lücke in der globalen Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren verkleinert werden. Zum anderen würde das eine erhebliche Entlastung für die Weltmeere bedeuten.

Die Studie wurde im Rahmen des Verbundprojekts "Neue Algenarten als nachhaltige Quelle für bioaktive Nährstoffe in der Humanernährung" (NovAL) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Im Forschungsverbund sind neben der MLU die Hochschule Anhalt sowie die Universität Leipzig und die Friedrich-Schiller-Universität Jena engagiert.
Quelle:                                                                                                                                                                                                                      Ronja Münch Pressestelle                                                                                                                                                                                        Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg